Gastartikel: Erste Hilfe gegen Augenringe

Augenringe

Viele kennen die dunklen Schatten unter den Augen nur zu gut – und würden auch liebend gern auf sie verzichten. Wenn man schon wieder reif für die nächste Halloweenparty aussieht, dann ist wirklich Erste Hilfe gefragt! Dieser Ansicht ist auch Frau Dr. Meier, die Leiterin der Clinic Plastica – sie hat ein paar hilfreiche Experten-Tipps parat, mit denen Augenringe keine Chance mehr haben.

Wodurch entstehen Augenringe?

Doch woher kommen diese dunklen Stellen bloß, die uns so ungesund aussehen lassen? Was bei Augenringen eigentlich passiert: die Adern und Lymphdrüsen werden unter der empfindlichen dünnen Haut unter den Augen sichtbar. Eine zu geringe Sauerstoffkonzentration lässt das Blut langsamer fließen und verfärbt es dunkler. Diese Veränderung sehen wir dann als Augenringe, wobei blasse Haut diese Verfärbungen besonders gut zeigt.

Im Prinzip sind die Ursachen eher selten in einer Krankheit zu finden, wobei Nieren-, Galle-, Leber-, oder Schilddrüsenprobleme durchaus Augenringe verursachen können. In der TCM werden Augenringe vornehmlich den Nieren und dem Lymphfluss zugeordnet. Auch Infektionen, gewisse Allergien und chronischer Schlaf-, Vitamin-, oder Mineralstoffmangel können schuld sein. Auch wer an einer Eiweißunverträglichkeit leidet (z. B. Casein, Eiklar, rotes Fleisch oder Eiweiß in Meeresfrüchten), hat öfter mit Augenringen zu kämpfen. Sehr häufig ist auch Anämie (Eisenmangel) die Ursache.

Volumen lässt nach

Manchmal kommen Augenringe auch von einem Volumenverlust – und der muss nicht erst im Alter auftreten. Das obere Drittel des Gesichts verliert nach der Zeit einfach an Fett, wodurch sich Rinnen bilden, in denen die Blutgefäße dann verstärkt durchschimmern. Das betrifft häufig Menschen mit heller Haut und dünner Hautstruktur. Dann gibt es noch das Problem einer verstärkten Pigmentbildung, die durch Entzündungen, aber auch einfach durch eine Alterung der Haut entstehen kann. Auch extreme Sonnengenießer und Solarium-Fans dürften damit konfrontiert werden.

Augenringe können auch einfach einen erblichen oder ethnischen Ursprung haben. Manchmal ist die Unterscheidung sehr schwer. Übeltäter solcher Art können jedoch bei einem Arztbesuch schnell bestimmt werden – und werden in vielen Fällen leider auch gleich ausgeschlossen. Denn es gibt noch zahlreiche weitere Faktoren, die Augenringbildung fördern. Stress, Müdigkeit und Bewegungsmangel sind dabei typische Gründe. Doch auch extremere Lebensveränderungen wie ein Jobverlust oder eine Trennung, können die dunklen Stellen hervorbringen.

Ein Mangel an Flüssigkeit und frischer Luft sowie ein erhöhter Alkoholkonsum sind ebenfalls als sehr verbreitete Ursachen zu nennen. Doch ganz entscheidend ist auch die richtige Ernährung, um Augenringen vorzubeugen!

Erste-Hilfe-Tipps gegen Augenringe

Je nach Ursache, sollte man allgemein an verschiedenen Stellen ansetzen. Die Therapieschritte sind hier selbsterklärend: bei Schlafmangel für eine ausreichende und ungestörte Nachtruhe sorgen, bei Sportdefizit mehr Fitness betreiben, und bei falscher Ernährung ein ausgewogeneres Essverhalten entwickeln. Sorgt man für den richtigen Tagesbedarf an Mineralstoffen-und Vitaminen, verabschieden sich Augenringe schon sehr schnell wieder von selbst.

Doch auch mit der richtigen Pflege kann man Augenringen sehr gut den Kampf ansagen. So verhindert man Rissbildungen auf den empfindlichen Hautstellen und sorgt insgesamt für ein schöneres Hautbild. Steht aber gerade mal ein wichtiger Tag an und man möchte im akuten Fall seine Waschbär-Optik verhindern, sorgen diese lokalen Anwendungen für Erste Hilfe:

  • Wattepads in kalte Milch tränken: schon 10 Minuten verschaffen Milderung. Milch verengt Lymph-sowie Blutgefäße, Kälte ist zusätzlich immer unterstützend.
  • Sanfte Massage mit Mandelöl: so wird die Durchblutung der Haut angeregt und die Lymphflüssigkeit kann abtransportiert werden.
  • Gurkenscheiben auflegen: für 10-15 Minuten von der hohen Feuchtigkeit profitieren. Das Wundergemüse enthält außerdem Stoffe, die die Blutgefäße verengen.
  • Eiklar auftragen: auch das wirkt zusammenziehend. Einfach 1-2 Eier aufschlagen und Eiklar von Eigelb trennen, dann das Eiklar steifschlagen und auf die gereinigte Haut auftragen. Kann man auch mit Quark Nach 15 Minuten mit kaltem Wasser abwaschen.
  • Koffeinroller: diese Stifte mit einer kleinen Kugelspitze gibt es in der Drogerie und in der Parfümerie. Die kurbeln erstens durch das Koffein die Durchblutung der Haut an und erhöhen die Fließgeschwindigkeit des Blutes, wodurch sich die Gefäße zusammenziehen – so geht die dominante blaue Farbe zurück und die Augenringe sind weniger sichtbar.
  • Schwarz- oder Grüntee (nicht aromatisiert): Das Koffein sorgt auch hier für den gewünschten Effekt. Am besten zwei Teebeutel in eine Tasse geben, mit heißem Wasser aufgießen, abkühlen lassen, leicht auswringen und dann etwa 10 Minuten auflegen. Extratipp: über Nacht in den Kühlschrank stellen und morgens als kalte Kompressen verwenden. Vorsicht: bei Entzündungen keinen Kamillentee verwenden!
  • Bei zusätzlichen Schwellungen: Kompressen, feuchte Beutel, oder gekühlte Teelöffel mit der runden Seite voraus auflegen. Aber nicht zu kalt wegen der empfindlichen Haut!

Diese Ratschläge decken sich auch mit den Erfahrungen von Frau Mariean. Sie empfiehlt dringend Vorsicht bei einer Nierenschwäche: viel Wasser zu trinken, ist hier nicht empfehlenswert! Es gilt, sich natriumarm zu ernähren oder folgendes zu probieren:

  • chlorophyll-haltiges Blattgemüse wie Spinat oder Mangold
  • Kräuter wie Pfefferminze oder Petersilie
  • Algen wie Spirulina und Chlorella
  • Spezialtipp: Rote-Beete-Saft als Wundermittel für Augenringe. Das reinigt die Lymphe und versorgt den Körper mit Eisen und Folsäure.

Vermeiden sollte man durchblutungsfördernde Cremes, wie etwa gegen Muskelbeschwerden oder Hämorrhoiden-Salben, die nicht extra sanft für den empfindlichen Bereich um die Augen herum entwickelt wurden. Achtung auch bei Aufhellern – diese können ebenfalls schaden.

Für jeden gibt es sicher eine individuell passende Methode, um seine Augenringe effektiv zu bekämpfen. Hat man erst einmal die Ursache herausgefunden, ist der Rest kein Zaubertrick mehr. Außerdem kann so eine Gurkenmaske eine wahre Wohltat für die Seele sein. Also: viel Glück beim Kampf gegen die Augenringe!

Kommentar verfassen

Shares