Kokosnuss als Ersatz für Milchprodukte – alles Kokos oder was?

Immer mehr Menschen leiden an einer Laktose-Intoleranz. Grundsätzlich fehlt allen Menschen das Enzym Laktase, das den Milchzucker im Dünndarm spaltet. Die Folge sind häufig Lebensmittelallergien und Unverträglichkeiten, die unserer Gesundheit erheblich schaden können. Dennoch ist ein Leben ohne Milch oder Milchprodukte für die Meisten kaum vorstellbar. Der morgendliche Kaffee ohne Milch, das Müsli oder Früchte ohne Joghurt, heiße Schokolade ohne Milch, Kuchen ohne Sahne, das Butterbrot ohne Butter – ohne all das kann man sich das Leben fast nicht vorstellen.

Aber zum Glück bietet uns die Natur einen super Ersatz für Milchprodukte! Die Kokosmilch!

Eine Geschichte dazu: Ende 2013 wurde ich sehr krank. Die Krankheit, wurde unter anderem durch meine Laktose-Intoleranz ausgelöst und mein Arzt riet mir, auf sämtliche Milchprodukte zu verzichten. Ich musste meine Ernährung völlig umstellen und suchte nach dem besten Ersatz für Milch und Milchprodukte. Dabei stieß ich auf die Kokosnuss. Kokosmilch hat mir schon immer sehr gut geschmeckt und gelegentlich habe ich asiatische Gerichte damit gekocht.

Als Rohveganerin und leidenschaftliche Köchin entwickle und probiere ich gerne neue Rezepte. Mit Kokos kann man wirklich sehr viel zubereiten.

Das Kokosöl ist ein Alleskönner. Es ist aus meiner Küche (z. B. leckere Schokolade, Kuchen, etc.) nicht mehr wegzudenken, und auch nicht aus meinem Bad (z. B. als Gesicht- und Körperpflege).

Der hohe Anteil an Laurinsäure wirkt gegen innere und äußere Parasiten, Pilze, Bakterien und Viren. Darüber hinaus ist Kokosöl entzündungshemmend und desinfizierend, weshalb es besonders für Menschen mit Neurodermitis, Schuppenflechte oder anderen Hautproblemen wie Akne und sogar für die Behandlung von Narben sehr zu empfehlen ist.

  • Das Kokosöl ist die fast einzige Kosmetik, die ich verwende. Ich benutze sie als
  • Body Lotion (auf die noch nasse Haut nach der Dusche),
  • Nachtcreme (kleine Menge auf die feuchte Gesichtshaut; nach dem Tonic),
  • Handcreme,
  • Nagelpflegeöl,
  • After Sun Lotion,
  • Lippenbalsam,
  • Augen-Makeup-Entferner (nebenbei fördert es das Wimpernwachstum)
  • Massageöl
  • Deo
  • Zahnpasta (1 EL Kokosöl gemischt mit einer Messerspitze Kaisernatron; Menge für ca. 1 Woche)
  • After Shave
  • Haarpackung (fördert das Haarwachstum; z. B. nach Haarverlust, Chemotherapie, etc; 1 EL Kokosöl in den Händen verreiben und gut die Kopfhaut damit einmassieren und über Nacht einwirken lassen)
  • Sonnenöl (hat einen natürlichen LSF, der kurze Aufenthalte in der Sonne zulässt, wobei ich persönlich die Mittagssonne grundsätzlich meide)
  • Ölziehen (1 TL Kokosöl täglich morgens im Mund zergehen lassen und den Mundraum 10 Minuten lang damit spülen und dabei auch durch die Zähne fließen lassen; danach ausspucken und ganz normal Zähneputzen. Nach der ayurvedischen Methode dient das der Entgiftung.)
  • bei Ohrenschmerzen (1 TL Kokosöl leicht erwärmen bis es flüssig ist und handwarm direkt ein paar Tropfen davon ins Ohr tröpfeln lassen.)

Kokosmilch

Reine Kokosmilch sollte eigentlich aus Kokosfruchtfleisch, Kokoswasser und bestenfalls einer minimalen Menge Wasser hergestellt werden. Die Kokosmilch, die wir im Supermarkt und manchmal sogar in Bioläden kaufen, wird jedoch oft aus getrockneten Kokosabfällen, 40 Prozent Wasser und Verdickungsmittel und auch Konservierungsstoffen hergestellt.
Als ich einmal Kokosmilch in einer Aluminiumdose kaufte und sie öffnete, ist mir der Appetit vergangen. Die Milch hatte eine graue Farbe und war nicht milchig weiß, wie es sein sollte. Da dachte ich mir schon, dass es möglicherweise eine Reaktion mit dem Aluminium gegeben haben könnte.
Um sicher zu gehen, stellt man die Milch selbst her. Dafür habe ich euch ein ganz einfaches Rezept mit Kokosmus erstellt. Für die Hobbyköche unter euch kann man aber auch etwas aufwändiger die Milch aus der selbstgeknackten Kokosnuss herstellen.

Genau wie das Kokosöl, so sorgt auch ein Esslöffel voll Kokosmus für einen schnellen Energieschub. Das Kokosmus kann vielseitig verwendet werden, z. B. für grüne Smoothies, Tortencremes, Tortenteige, Dressings, Eis, Dips, Drinks wie Piña Colada etc.

Kokosmehl

Kokosmehl verwende ich zum Herstellen von Rohkosttorten oder glutenfreiem Brot und zum Andicken von Saucen.

Gereifte Kokosnuss: braune Schale. Übrigens, wenn das enthaltene Kokoswasser süßlich schmeckt, kann man davon ausgehen, dass die Kokosnuss in Ordnung ist. Das Kokoswasser kann man trinken und das feste Fruchtfleisch lässt sich mit einem leistungsfähigen Mixer zum Beispiel zu Kokosmilch und/oder Kokosraspeln verarbeiten.
Frische junge Kokosnuss (grüne Schale): ihr Kokoswasser, auch „noelani“ [no-way lah-nee] genannt, was „Frische des Himmels“ auf Hawaiianisch bedeutet, ist ein hervorragender Elektrolytspender. Es enthält viele wertvolle Vitamine und Enzyme, hat einen sehr hohen Gehalt an Kalium, und verfügt über eine chemische Verbindung, die unserem Blutplasma gleicht. Auf den Pazifischen Inseln wird das Kokoswasser und das dazugehörige Fruchtfleisch Babys als erste feste Nahrung nach dem Stillen gegeben.
Kokosblütennektar, oder -zucker: Kokosblütennektar ist ein Süßungsmittel, das aus dem Saft der Kokosblüte gewonnen wird. Es hat mit einem Wert von 35 einen sehr niedrigen glykämischen Index. Es ist reich an Mineralien, vor allem Zink und weiterer wertvoller Enzyme.

Die Kokosnuss ist für mich eine Zaubernuss. Sie kann wirklich alles. Mit den folgenden Rezepten zeige ich Ihnen, wie man einfach und lecker, Milch ersetzen kann.

Kokosmilch

  • 1/2 Packung Kokoscreme oder das Fruchtfleisch einer ganzen Kokosnuss
  • 500 ml warmes Wasser
  • Kokoscreme (oder Fruchtfleisch) und Wasser in einen Foodprozessor geben und ca. 1 Minute auf die höchste Stufe mixen.

Sollten Sie mit dem Fruchtfleisch arbeiten, geben Sie die Milch anschließend durch ein Sieb. Die übrig bleibenden Kokosraspeln können weiter verwertet werden (z. B. für Kokos-Pralinées) und sind zu schade zum Wegwerfen.

Kokosjogurt

  • 2 Päckchen Symbio Flor Probiotikum
  • 300 ml Kokosmilch

Das Probiotikum mit der Milch in einem Mixer gut mixen. Das Ganze anschließend in ein sauberes Glas geben und 3 Tage an einem warmen Ort mit wenig Licht stehen lassen. Nach 3 Tagen ist der Jogurt fertig. Die oberste, wässrige Schicht gießt man vorsichtig ab. Den Jogurt kann man bis zu zehn Tagen im Kühlschrank aufbewahren.

Kokos-Pralinées

  • 1 Esslöffel Kokosraspel
  • 1 Tasse Kokosmus auf der Heizung oder im Wasserbad (Bain Marie) weich werden lassen
  • 3 Esslöffel Kokosmehl

Das Kokosmus mit dem Kokosmehl vermischen, kleine Kugeln formen und in Kokosraspeln wälzen.
Danach im Kühlschrank ca. 1 Stunde hart werden lassen.

Piña Chia Colada

  • 1 dicke Scheibe Ananas, etwa 3 cm dick
  • 1 Esslöffel Kokosmus
  • 1 Esslöffel Kokosblütenzucker
  • 1 Esslöffel Chinasamen

Alles im Mixer mit Eiswürfeln zusammen mixen.

Detox-Milch

  • 300 ml Kokosmilch
  • 2 EL Kokosblütenzucker
  • 2 EL Kurkumapulver

Alle Zutaten in einem Topf zum köcheln bringen. Die Milch kann über mehrere Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Nährwerttabelle: Kokosnuss (pro 100 Gramm)
Energie kcal 363
Fett gesamt (g) 36
Kohlenhydrate gesamt (g) 5
Mineralstoffe (mg)
Natrium (Na) 35
Kalium (K) 380
Calcium (Ca) 20
Magnesium (Mg) 40
Phosphat (P) 95
Eisen (Fe) 2,3
Zink (Zn) 0,8
Vitamin E (mg) 0,7
Vitamin B1 (mg) 0,06
Vitamin B2 (mg) 0,01
Vitamin B6 (mg) 0,06
Folsäure (µg) 30
Vitamin C (mg) 2

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