Schönheit geht durch den Darm

Wir freuen uns, dass wir Frau Dr. med. Anke Ertan für einen Gastbeitrag gewinnen konnten. Sie erklärt darin, wie unser Darm und unsere Hormone zusammenhängen und, wie wichtig es ist, darauf zu achten, dass die natürliche Balance nicht durcheinander gerät. 

„Du bist, was Du isst.“ oder „Die Haut als Spiegel der Seele.“ Mit Sicherheit haben Sie einen dieser Sätze bereits gehört. Sind Sie „Bauernweisheiten“ oder wahr? Und wie soll das alles zusammenhängen?

Fest steht, dass Haut und Darm lebenswichtige Organe sind, die wichtige Funktionen erfüllen. Ebenso werden sie durch Stoffwechselvorgänge und Botenstoffe sowie Umweltfaktoren und Stress beeinflusst. Beide Organe bieten eine große Austauschfläche mit unserer Umwelt, sollen aber gleichzeitig unseren Körper vor negativen Einflüssen schützen.

Unsere Haut wird durch Sonnenbestrahlung und andere Noxen, wie z. B. Nikotin, welches die Hautdurchblutung drosselt, negativ beeinflusst. Wenn Sie an die Pubertät denken, wird schnell klar, dass auch die Hormonsituation starken Einfluss auf unsere Haut nimmt. Durch das Ungleichgewicht der männlichen (z. B. Testosteron), weiblichen (Östrogene) und Gelbkörperhormone (z. B. Progesteron) kommt es zu vermehrter Talgabsonderung, Mitessern oder Akne. Eine ähnliche Hormonsituation durchlebt Frau auf dem Weg in die Wechseljahre.

Bei chroniscem Dauerstress spart der Körper nicht selten, indem er z. B. weniger Progesteron produziert. Neben Zyklusstörungen, Brustschmerzen und prämenstruellem Syndrom kann sich der Progesteronmangel auch mit tiefsitzenden Pickeln, gerne im Bereich des Unterkiefers und Halses, zeigen. Folglich kann es durchaus sinnvoll sein, sich vertrauensvoll an Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt zu wenden, um ein hormonelles Ungleichgewicht auszuschließen. Ein Östrogenmangel bewirkt ein Dünnerwerden der Haut, vermehrter Faltenbildung durch Wasserverlust und Hauttrockenheit.

Es stehen Ihnen im Falle eines Mangels an Hormonen verschiedenste Substitutionsmöglichkeiten zur Verfügung, die über eine lokale Behandlung mittels Cremes oder Gels, Pflaster, vaginaler Applikation und Tabletten naturidentischen Hormonen abgeben. Die Entscheidung treffen Sie zusammen mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin, die Sie über Möglichkeiten und Risiken beraten wird.

Da Hautveränderungen demnach ein Symptom eines Ungleichgewichtes im Körper sind, sollten man -ganzheitlich betrachtet- immer nach dem Grund des Hormon- oder auch Vitaminmangels Ausschau halten. Sie wissen mit Sicherheit, dass z. B. Biotin und Zink sehr wichtig für eine gesunde Haut sind. Ebenso merken viele Menschen, dass der übermäßige Verzehr von kohlenhydrathaltigen Speisen Hautunreinheiten verschlimmern kann.

Somit nimmt unsere Ernährung ebenfalls Einfluss auf unsere Haut; sie sorgt, solange sie ausgewogen und reich an Vitaminen und Spurenelementen sowie antioxidantienreich ist für die Gesunderhaltung unseres Bioystems Körper.

Intestine

 

 

 

Aber selbst eine gesunde, ausgewogene Ernährung nützt nichts, wenn unser Darm nicht mitspielt: Ganzheitlich tätige Mediziner wissen, dass unsere Darmbesiedlung einen erheblichen Beitrag leistet, indem sie Einfluss nimmt, was wir wie resorbieren. Dies bedeutet: Stimmt unser Biotop Darm nicht, weil unsere Darmbakterien durch Stress, Ernährung, Antibiotika u.v.m. anzahlmäßig geschwächt sind, dann kann die Resorption wichtiger Nahrungsbestandteile nicht ungestört laufen. Im schlimmsten Falle öffnen sich die Resorptionswege soweit, dass sogar Fremdeiweiße, die normalerweise gar nicht in unseren Organismus gelangen, im Blut landen. Da sie ja “fremd“ sind, werden sie von unserem Immunsystem angegriffen und wir entwickeln Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten.
Ebenso kann durch die Überwucherung mit Keimen, die sonst zahlenmäßig selten vorkommen, eine Belastung unseres Körpers mit Toxinen ihren Lauf nehmen, die wiederum unser Entgiftungorgan, die Leber, übermäßig belasten. Was viele nicht wissen, ist, dass unser Darm eine nicht unerhebliche Rolle bei der Seretonin-Synthese spielt. Seretonin ist ein Botenstoff, der für unser Wohlbefinden unerlässlich ist. Zudem dient Seretonin als Vorstufe für unser Schlafhormon Melatonin. Unzählige Studien belegen, dass Depressionen nicht selten ihren Ursprung in einer ungünstigen Darmbesiedlung haben. Gleiches gilt für einige Autoimmunerkrankungen, wie z. B. die Hashimoto-Thyreoditis. Da unser Körper aus Nahrungsbestandteilen Botenstoffe herstellt, für die er wiederum Vitamine und Spurenelemente benötigt, ist der Augenmerk nicht nur auf die Ernährung zu lenken, sondern auch auf die Einflussfaktoren der Resorption, wie unsere Darmbesiedlung, die man auch als Mikrobiom bezeichnet. Die Bakterien leben mit uns in Symbiose und tragen viel zu unserem Stoffwechsel bei.
Also starten Sie bitte auch damit, Ihren Bakterien die richtige Nahrung (probiotischer Joghurt) zu geben, damit sie sich in Ihrem Darm auch wohl fühlen und gedeihen. Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken!

Ihnen alles Gute und bleiben Sie gesund

Ihre Dr. med. Anke Ertan

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